Diagnose: Liebe

Heike fuhr zügig auf der Überholspur, zuerst ins Kreiskrankenhaus von Jena, wo sie ihren First-Mover-Advantage an der Schwingtür des Eingangs nutzte und dennoch ihre Vision einer Win-win-Situation gewahrt sah, als Dr. Süden zeitgleich über einen der anderen Channels das schlüsselfertige Krankenhaus erreichte und zielorientiert den alten Trakt der Inneren betrat.

"Es geht zu Ende.", sagte Dr. Süden zu Heike. "Die Operation ist suboptimal verlaufen. Wir haben strategische Schlüsselbereiche nicht utilisiert und deswegen keinen quantifizierbaren Nutzen aus Sicht des Kundenfokus erzielt!" Heike sah ihn verwundert an. "Traurig - ich hatte mir bessere Benchmarks vorgestellt. Möglicherweise liegt es am Leadership von Dr. Eastwest. Ein Empowerment im Sinne eines Paradigmenwechsels würde seine Erfolgsbilanz maximieren und für uns, neben dem kostensenkenden Effekt, auch einen schrittweisen Wandel zu einem Killerprodukt bedeuten." Dr. Süden senkte den Kopf und dachte an die Shareholder-Value - was für ein mieser Morgen.

Heike jedoch sah nun die Herausforderung und nutze den Konkurrenzvorteil für ihre eigenen sexuellen Key-Performances. "Wir sollten heute Abend zusammen einmal an eine Integration unserer Interfaces denken. Schon seit Wochen denke ich an eine Kooperation unserer Kernkompetenzen im Sinne eines erquickenden Teamworks."

"Ok - lassen Sie uns gleich zur Umsetzung schreiten. Ich bringe gerne mein Humankapital ein, muss aber zunächst Ihre Tools und USPs identifizieren und klassifizieren, bevor wir unsere Frameworks operationalisieren. Schauen Sie einmal, dies wäre mein am Markt ausgerichtetes Action-Item. Wie sieht es mit Ihren Mehrwerten und der Hardware aus? Sind Sie Best-of-Breed?"

Heike musterte Dr. Süden mit einem schelmischen Grinsen, zog dann aber nach: "Gerne. Ist ja klar, dass Sie zunächst die Kompatibilität abschätzen wollen und etwaige Synergieeffekte berücksichtigen müssen. Allerdings geht es mir hier eher um eine Inside-Out-Organisation mit einigen interaktiven Elementen aus dem Best-Practice Segment. Ich dachte noch nicht an interdisziplinäre Enterprise-Beziehungen oder gar an eine neue Relationship-Plattform mit anschließendem Outsourcing kleinerer Geschäftseinheiten."

Etwas verlegen geriet Dr. Süden nun ins Zaudern, sollte er sich an den Spielplan halten oder doch eher per Tough Leadership neue Metriken setzen, um seinen Markenwert zu steigern? Möglich wäre auch, dass Heike eine Mogelpackung sein könnte und ihre Applikation nur einsetzte, um von der Bottom-Line einen proaktiven Sprung ins Management und Access zur Cash-Cow zu machen. Das ginge natürlich nicht und würde einen sofortigen Disconnect der Architektur bedeuten. Eine Preview war nicht verfügbar, daher entschied sich Dr. Süden für ein effizientes Risikomanagement mit kontinuierlich updatebaren Indikatoren und Haftungsausschluss und griff an. "Ich bin einverstanden, Heike."

So verschwanden beide in einen der Warm and Fuzzy - Räume und begannen die Wechselwirkungen beiderlei Ressourcen ausgiebig zu testen. Dr. Süden fuhr umgehend sein Living Document per Rightsizing des Schwellkörpers auf die Optimalform aus und erwartete sehnsüchtig Heikes e-Services.

Kaum war die Zielvorgabe erreicht und Südens Distributionskanal füllte sich mit allerlei inkrementellen Accountables, begann Heike die Lückenanalyse zu starten und eine neue Prozessoptimierung des Bestäubungsvorgangs zu starten. Das Verhängnis nahm seinen Lauf, als Dr. Süden sich als Showstopper erwies und das Changemanagement zur Fehleranalyse des Schwellkörpers am Röntgenbild in Gang setzte. Die Erfolgsbilanz fiel sehr mager aus und das Resultat war eine tagesaktuelle News-Performance sowie ein Interaktions-Mock-up im Intranet.

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